Hänger lösen
Foto: Der Angelköder hängt in Ufernähe fest
Hängerträchtige
Gewässerabschnitte zu befischen, kann ganz schön
entnervend sein - und in's Geld gehen.
Gerade in diesen Abschnitten halten sich aber häufig Fische
auf, da Steine, versunkenes Holz usw. den Fischen eine
Reihe von Vorteilen bieten (z.B. Schutz vor Strömung;
Unterstand; reichere Nahrungsquellen etc.).
Im folgenden ein paar Tipps, wie Hänger häufig zu
lösen sind - die Methoden können natürlich
auch kombiniert angewendet werden.
Und ein Hinweis, was man nicht machen sollte.
Hänger überfahren:
Beim Fischen vom Boot aus die naheliegendste Methode, mit der man die
meisten Hänger auch wieder gelöst bekommt:
Man 'überfährt' den Hänger, d.h.,
fährt sozusagen in Richtung der spiegelbildlichen Position
(also 180° versetzt). Dabei sollte man die Schnur etwas
lockern, um der Montage die Möglichkeit zu geben, sich zu
lösen. Aber nicht zuviel Schnur im Wasser lassen, sonst bildet
sich womöglich ein Schnurbogen um das Hindernis und das macht
die Sache dann nur noch schlimmer.
Positionswechsel:
Leider hat gerade die Spezies 'Flussangler' häufig kein Boot
zur Verfügung. Sinngemäß kann man die eben
beschriebene Methode natürlich auch durch einen
Positionswechsel am Ufer nachbilden. Das funktioniert umso besser, je
näher der Hänger am Ufer sitzt. Weiter
draußen bringt der Positionswechsel leider nicht mehr so
viel, weil die Winkeländerung relativ klein wird.

Der Schnalztrick / Schnippstrick:
Der Trick, der eigentlich nicht funktionieren dürfte - es aber
doch erstaunlich gut tut. Das Prinzip dahinter ist, dass man eine
Spannung
im Verbund Rute / Schnur erst auf- und dann schlagartig abbaut. Um das
zu tun, gibt es mehrere Methoden. Welche man anwendet, hängt
auch von der Robustheit des Geräts ab.
Ich mache es so:
1.) Rute erst so halten, dass sie eine Linie mit der leicht gestrafften
Schnur bildet. Rücklaufsperre rein, Schnur mit dem Zeigefinger
der
'Rutenhand' (also der rechten, bei Rechtshändern) halten (*),
Rollenbügel auf !!!
2.) Rute anheben, so dass sich die Spannung erhöht (ca.
45° Winkel zum Wasser).
3.) Schnur vom Finger springen lassen. Vorsicht, Verletzungsgefahr, vor
allem bei dünnen 'High-Tech' Schnüren!
(*) Alternativ kann man die Schnur zwischen Blank und Finger einklemmen
oder über dem gekrümmten Zeigefinger der 'Rollenhand'
einhaken...
Man sollte erstmal 'klein' anfangen, um ein Gefühl
dafür zu bekommen, was man seinen Fingern und dem
Gerät zumuten kann und nur bei Bedarf die Belastung
schrittweise erhöhen. Und es ist Geduld gefragt, oft
löst sich der Hänger erst nach mehreren Versuchen.
Ich würde mir das ja mal gerne unter Wasser anschauen, was da
wirklich passiert. Da man mit einer Schnur nunmal nur Zug-, aber keine
Druck-Kräfte übertragen kann, kann man den Effekt
nicht damit erklären, dass sich die in der Schnurspannung
gespeicherte Energie auf das festsitzende Ende
überträgt und dieses in die dem Hänger
entgegengesetzte Richtung katapuliert. Dagegen spricht auch, dass es
nach meiner Erfahrung nur funktioniert, wenn die Rute einen gewissen
Winkel zur Schnur bildet. Ich habe es mit monofiler Schnur nur mit
Schnursspannung probiert - diese Schnur kann man ja prima auladen. Es
ging trotzdem nur, wenn die Schnur zur Rute einen gewissen Winkel
bildete.
Es dürfte eher so funktionieren (sorry, das klingt ziemlich
nach Klugsch.....ei, aber etwas Theorie hilft in diesem Fall auch in
der Praxis):
Beim schlagartigen Entspannen schnalzt die Rutenspitze nach oben. Diese
Auslenkung überträgt sich auf die Schnur, es kommt
zur Ausbildung
einer Wellenbewegung. Wie sich das am Schnurende bemerkbar macht,
hängt unter anderem von der Schnurlänge ab. Das
heiß aber auch, wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, macht
es Sinn, mal den Abstand zu verändern und es nochmal zu
pobieren!
Genug Theorie: Es funktioniert wirklich!
Wenn garnichts funktioniert, niemals die Schnur über
Rute/Rolle abreißen (es sei denn, die Schnur ist wesentlich
schwächer als Rute/Rolle).
Stattdessen Schnur freigeben, um einen Stock o.ä. wickeln und
ziehen, bis dass schwächste Glied in der Kette aufgibt - und
das sollte - bitte -
nie die Rute oder die Rolle sein!
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