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Die Oder Die Oder

Foto: Die Oder

Die Quelle der Oder entspringt bei Oderske´ Vrchy im Mährischen Gebirge. Ein kleines unspektakuläres Rinnsal, das sich über eine Strecke von 912 Kilometern zu einem mitunter wilden und weit verzweigten Strom entwickelt. Bevor er nach seiner langen Reise bei Swinemünde in die Ostsee fliesst, durchquert der Fluss Tschechien, Polen und Deutschland.

Die grössten Auenlandschaften Mitteleuropas findet man entlang der Oder, während der Hochwasserzeiten, wir sprechen in der Regel von zwei pro Jahr, nehmen diese das viele Wasser auf und aus der Vogelperspektive sehen diese mit Wasser gefüllten Niederungen wie große Seen aus. Weil die Oder aber auch extrem wenig Wasser führen kann, wird der Fluss von vielen Anwohnern auch Steppenfluss genannt. Der Grenzfluss wurde im Jahre 1741 um fast ein Viertel seiner Länge gekürzt. Zu verdanken hat er das der damaligen preußischen Regierung: Die beschloss, den vielarmigen Strom für die Schifffahrt zu bändigen.

Die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Landstrich ist so vielfältig, dass das untere Odertal 1995 zum deutsch-polnischen Nationalpark erklärt wurde. In den Wasserläufen, Sumpfgebieten und Moorflächen findet man emsiges Leben: Seerosen knüpfen hier noch ganze Teppiche, die Sumpfdotterblume bevölkert weite Landstriche. Einzigartige Schwimmfarne sind hier zu Hause. Über 200 Vogelarten haben sich im Nationalpark niedergelassen. Darunter sehr seltene Exemplare, wie der Seeadler, der Kranich oder der Seggenrohrsänger. In den zahlreichen Flussarmen tummeln sich Biber und Fischotter und mit ihnen 19 verschiedene Amphibien- und Reptilienarten. Die Fischwelt ist genauso facettenreich vertreten. Bis zu 36 Fischarten werden dort jährlich gezählt. Der Nationalpark umfasst etwa 10.000 Hektar auf der deutschen und rund 6000 Hektar auf der polnischen Seite. Mit ein wenig Glück erblickt man die seltene Flaumeiche, die es sonst in Brandenburg nirgendwo gibt. Auch die Sibirische Glockenblume und der Kreuz-Enzian erblühen hier im Sommer. Die Glockenblume, eigentlich in der Steppe ursprünglich zu Hause, hat es irgendwie bis an die Oderhänge geschafft.

In den Wintermonaten ist die Oder für Ausflügler einen spektakulären Anblick. Anders als bei vielen Deutschen Flüssen bildet sich hier das Eis nicht auf der Wasseroberfläche, sondern auf dem Grund. Die schnelle Strömung verhindert das Zufrieren der Wasseroberfläche, aber auch an der Flusssohle herrschen Minustemperaturen. Dort bilden sich Eiskristalle, die sich mit Schwebstoffen und Teilen aus der Sedimentschicht zu Eisklumpen und -schollen verbinden, die sich schließlich ablösen und auftreiben. Sie drehen sich in der Strömung, schieben sich aufeinander und frieren aneinander fest - in einer bizarren Decke mit Verwerfungen, Aufwölbungen und Kratern.

Jeder der sich in der Nähe der Oder befindet, sollte auf jeden Fall einen Abstecher an diese doch sehr schöne Flussaue machen und sich von der einzigartigen Schönheit selbst überzeugen. Und ganz wichtig: Die Angelrute nicht vergessen!

P.S.: Wer schon in der Nähe ist, kann mich natürlich jederzeit auch besuchen kommen.

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Autor: z_hunter , © Flussangler.com Mehr über die Oder finden Sie in unserem Forum