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Die DhünnDie Dhünn
- erster "barrierefreie Fluss" in Nordrhein-Westfalen

Foto: Die Dhünn bei Leverkusen

Wild, gestaut, teilweise in Ihrem Weg gezwungenund oft verändert bis renaturiert, so könnte man die Dhünn kurz beschreiben. Wenn man sich den Flusslauf in den weniger besiedelten Bereichen ansieht, ist es ein natürlicher Fluss mit einem reichhaltigen Lebensraum für verschiedenste Fischarten. Genau das macht den Fluss für uns Angler so aussichtsreich und verspricht gute Fänge. Von der Quelle im Bergischen Land (wenn man den längerer Quellfluss, auch die Große Dhünn genannt) nahe den beiden Wipperfürther Ortschaften Peddenpohl und Ritzenhaufe, fließt die Dhünn mit dem Wasser aus dem Purder Bach durch bewaldetes Gebiet bis zu Vorsperre Große Dhünn der Großen Dhünntalsperre wo es gestaut wird. Der zweite Quellfluss, die Kleine Dhünn, entspringt bei Hückeswagen-Dörpfeld nahe der Wermelskirchener Grenze, durchfließt den nach dem Fluss benannten Ort Dhünn und wird in der Vorsperre der Großen Dhünntalsperre ebenfalls gestaut. Hier vereinen sich beide Quellflüsse und werden zu Dhünn.

Auf seinem ca. 40km langen Weg bis zur Mündung durchfließt die Dhünn neben den größeren Orten Altenberg und Odenthal auch die Stadt Leverkusen und mündet in Leverkusen Rheindorf, nach einer Verlegung des Flusslaufes in den Jahren 1968 bis 1971, kurz vor deren Mündung in die Wupper. Bereits 1840 wurde der Flusslauf der Dhünn, welche damals noch in den Rhein mündete, verlegt. Dieses erklärt den kurzen Abstand zwischen Dhünnmündung und Wuppermündung, welche nur ca. 500m beträgt.

Viele Wasserkraftwerke ziehrten den Fluss und machten diesen für viele kleine Ortschaften als Energiequelle sehr interessant. Im Jahr 2009 wurde die letzte Barriere für aufsteigende Wanderfische am Stauwehr Freudenthaler Sensenhammer durchgängig gemacht. Im April 2010 wurde die Dhünn, nach abschluß der Bau- und Renaturierarbeiten, zum ersten "barrierefreie Fluss" in Nordrhein-Westfalen.

Ein ausschlaggebender Punkt zur Renaturierung des Flusses wurde unter anderem durch das „Wanderfisch-Programm 2010 in NRW“ geschaffen. Ziel des Programmes war es, den Lachs wieder in seine bekannten Laichgebiete zu locken und den Fluss für dieses Vorhaben durchgängig zu machen. Viele vorhandene Wasserkraftbauwerke verhinderten das weitere Wandern der Fische zu Ihren vormaligen Laichgebieten.

Eines der hervorzuhebendes Unterprojekt des Vorhabens ist die Wandlung des Wasserkraftwerkes in Leverkusen-Schlebusch zu einer der modernsten Lachsaufzucht-Station. Die alte Staummauer wurde in intensiver Arbeit von ehrenamtlichen Helfern in Jahrelanger Arbeit abgetragen und das vorhandene Gebäude zu einer modernen Aufzuchtstation für Lachsjungfische umgebaut. Heute werden hier jedes Jahr die aufsteigenden Lachse gezählt, schohnend gesammelt und zum Laichen gebracht und danach wieder ausgesetzt. Die so befruchtete Laich wird in mühevoller Arbeit betreut und die Jungfische des Lachses nahe der Dhünntalsperre ausgesetzt. Der Erfolg ist mitlerweile messbar! Markierte ehemalige Jungfische schwimmen heute Ihren Weg „Flussauf“ und werden hier in Ihrem alten Kinderzimmer zum ablaichen gebracht.

Wie man an diesem Beispiel sehen kann, ist die Dhünn ein sehr sauberer Fluss und lockt nicht nur Lachse an. Am Gewässerboden lebende Tiere wie Schnecken, Krebse und Insektenlarven unterstützen die Fischpopolation und bieten unseren Zielfischen oft mehr als reichlich Nahrungsquellen. Neben Lachs und Bachforelle werden auch immer wieder Äschen, Bachneunaugen, Koppen, Elritzen, Schmerlen, Gründling, Dreistacheliger Stichling, Hasel, Döbel, Aal, Flussneunauge, Meerforelle, Barbe, Nase, Rotauge, Meerneunauge, Quappe, Ukelei, Hecht, Brassen, Bitterling, Moderlieschen, Karausche und Schleien in der Dhünn gesehen.

Einen Nachteil für Angler hat das Gewässer nicht nur durch den sehr guten Lachsbestand zur Laichzeit. Das Gewässer ist im unteren Bereich nur durch eine Mitgliedschaft im Bayer Angelverein befischbar. Gastkarten sind nur in sehr seltenen Fällen erreichbar. Für den obere Bereich der Dhünn sind Gastangelkarten im Handel erreichbar. Hier fühlen sich überwiegend Fliegenfischer wohl und sind dort sehr gern gesehen.

Angaben über genauere Ausgabestellen sind jedoch so rahr. Hier sollten Informationen bei örtlichen Angelhändler eingeholt werden. Oft gibt es den ein oder anderen Hinweis zu Ausgabestellen!

Die Dhünn ist einen Angelausflug wert, wenn man an die entsprechenden Fischereierlaubnisscheine kommt oder die Gelegenheit hat, mit Vereinsmitgliedern den Fluss zu erkunden.

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Autor: Dany, © Flussangler.com Mehr über die Dhünn finden Sie in unserem Forum