Dendrobena
- der etwas andere Angelwurm
Foto: Dendrobena (oben) vs
Tauwurm (unten)
Welcher
Angler hat noch nicht mit Wurm geangelt? Eigentlich kann keiner diese
Frage verneinen. Der Wurm am Haken ist einer der typischen
Köder
und oft die Aushängebeschreibung für Angler. Fast
jede
heimische Fischart kann mit einem Wurm am metallischen Ende der
Angelschnur gefangen werden.
Da kann es schon mal Unterschiede geben, welche Fischart welchen Wurm
gerne mag.
Jeder Aalangler kennt Tauwürmer und hat auch die Erfahrung
gemacht, dass man diesen Köder in
regelmäßigen
Abständen überprüfen muss. Abgesehen von
Fehl.- oder
zaghaften Bissen der Fische, welche man an der abnehmenden
Wurmlänge erkennt, stellt man sehr oft fest, dass der Tauwurm
seine Aktivität eingestellt hat und zudem etwas
"wässrig" geworden ist. Hier hilft dann oft nur noch das Wechseln des
Köders.
Der Dendrobena, eine
Rotwurmart, mit dem zoologischen Namen "Dendrobena
weneta", auch "Eisenia hortensis" bzw. "Eisenia veneta" genannt, ist
anders. Der in Anglergeschäfte auch als "Riesenrotwurm" oder
"Dendro" bekannte Wurm hat auch, nach vergleichbarer Zeit
gegenüber dem Tauwurm, eine längere
Aktivität unter
Wasser. Somit muss der angebotene Wurmköder nicht so oft
kontrolliert oder ersetzt werden und erweist sich sogar noch als
sparsamer Angelwurm. Die Größe eines Tauwurmes
erreicht er
zwar nur in den aller seltensten Fällen, jedoch reicht ein
einzelner Wurm am Haken angeboten schon oft zum ersehnten Fang aus.
Zudem ist der Dendrobena, was im Übrigen aus dem Griechischen
kommt und übersetzt soviel bedeutet wie:
Baumgeher/Baumsteiger,
auch wesentlich lebendiger. Seine exzellente Beweglichkeit zeigt er
schon bei kleinsten Berührungen. Hier zieht er seine
Muskulatur
schnell zusammen und streckt sich im nächsten Moment. Dieses
Verhalten kann man auch als "springende Acht" bezeichnen, da seine
Körperform in diesem Moment des Aufladens einer arabischen
Acht
gleicht. Selbst unter Wasser reizt er den unentschlossenen Fisch mit
diesem Verhalten zum Biss. Wer mit diesem Wurmköder zum
Beispiel
schon einmal einen Barsch befischt hat, wird sicherlich festgestellt
haben, dass der Biss des Fisches ein wenig heftiger zu spüren
ist,
als wie mit vergleichbaren Wurmarten. Seine Bewegungen unter Wasser
werden zum Beispiel von Barschen wesentlich besser wahrgenommen, als
die von einem Tauwurm. Gerade wegen seiner ausgesprochenen
Vitalität wird der Dendrobena immer mehr gegenüber
dem
Tauwurm bevorzugt.
Nicht zu vergessen ist sein Geruch. Was bei uns eher ein etwas
lästigen, leicht beißenden und
süßlichen Eindruck
hinterlässt, ist für manch einen Fisch gerade genau
richtig.
Der Eigenduft der Dendros wirkt oft noch als separater Kick und bringt
dann doch den erhofften Biss.
Ein weiterer Vorteil des Dendros ist seine unkomplizierte, wochenlange
Aufbewahrung oder so genannte Hälterung. Ein
verschließbarer
Eimer mit Deckel,
versehen mit Lüftungsschlitzen, die mit Gaze verschlossen
sind, da
die Würmer sehr wanderfreudig sind, reicht aus. Unbehandelte
Erde,
versetzt mit zerkleinerter (nicht zerschnitten!) und in Wasser
gequollener Eierbehälterkartonage sowie benutztem
Kaffeepulver,
zu
einem Drittel befüllt, reicht aus um die Würmer
wochenlang zu
hältern. Ein Nebeneffekt dieser beschriebenen Aufbewahrung ist
die
Vermehrung der Köder. Wer den Behälter ab und an
öffnet
um ein wenig Wasser dem Gemisch beizufügen (die Austrocknung
der
Eierbehälter/Kaffeepulvermischung sollte vermieden werden),
wird
feststellen, dass die Würmer das angebotene Gemisch zu
Wurmerde
verarbeiten.
Die beste Feuchtigkeit hat man erreicht, wenn man aus einem lockeren
Haufen zusammengepresst einige Tropfen Wasser herausbekommt. Zudem wird
man bei richtiger Temperatur der Lagerstätte, die
Wohlfühltemperatur liegt bei ~25 Grad Celsius,
überlebensfähig sind die Würmer bei
Temperaturen
zwischen 0 - 45 Grad Celsius,
dort kleine gelbliche, fast durchsichtige Kugeln, oft auch "Wurmeier"
genannt, finden. Diese Kugeln geben nach geraumer Zeit kleine bis zu
6mm lange Würmer frei. Diese Jungwürmer
können
problemlos der erste Schritt zu einer eigenen Wurmzucht sein.
Wichtig bei der Hälterung der Würmer ist Folgendes:
Der
Dendro ist gerade durch seine Beweglichkeit sehr schnell
flüchtig.
Ein möglicher Behälter, in dem die Würmer
aufbewahrt
werden, muss hundertprozentig verschließbar sein.
Die Lagertemperatur des Dendrobenas sollte nicht unter 6 Grad Celsius
fallen. Auf lange Sicht würde der Wurm hier verhungern.
Zwischen 6
bis 8 Grad Celsius werden die Würmer träge und
stellen ihre
Ernährung in den Hintergrund. Um die Lebhaftigkeit der
Würmer
zu spüren ist eine Temperatur von ungefähr 15 bis 19
Grad
Celsius erforderlich. Diese Temperatur ist auch optimal für
die
Vermehrung der kleinen, immer beliebter werdenden Angelköder.
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